Richtig bewerben: Lebenslauf für Praktikanten

Ein Lebenslauf soll den Personalchef in die Lage versetzen, möglichst schnell etwas über die Qualifikationen des Bewerbers zu erfahren. Bewerber sollten dort alles auflisten, was sie gut aussehen lässt – das können unter Umständen auch ehrenamtliche Tätigkeiten oder Hobbys sein. Wer sich zum Beispiel für eine Ausbildung in einem Fotostudio bewirbt, sollte auf keinen Fall verschweigen, dass er seit seinem sechsten Lebensjahr begeistert fotografiert und in der Schule zwei Jahre lang in der Foto-AG mitgewirkt hat.

Besonders wichtig sind im Lebenslauf die bisher erlangten Bildungs-Abschlüsse und Berufserfahrungen. Auszubildene haben hier in der Regel nur wenig vorzuweisen – jedes absolvierte Praktikum ist hier ein Pluspunkt und sollte erwähnt werden.

Grundsätzlich sollte ein Lebenslauf Informationen zu folgenden Punkten enthalten:

  • Bewerbungsfoto
  • Vor- und Nachname, gegebenenfalls Geburtsname
  • Postanschrift, Telefonnummer (am besten Mobil) und E-Mail-Adresse
  • Geburtsdatum und -ort
  • Berufserfahrung und Praktika
  • Berufs- und/oder Hochschulausbildung
  • Wehr- oder Freiwilligendienst
  • Schulausbildung
  • Zusatzqualifikationen (zum Beispiel Software- und Sprachkenntnisse)
  • Interessen und Hobbys (insbesondere Ehrenämter, sportliche Aktivitäten, soziales Engagement)

Bewerbungsfoto
Die meisten Bewerber hören es nicht gern, aber es ist eine Tatsache, der sie sich auf keinen Fall verschließen sollten: mit dem Bewerbungsfoto steht und fällt die Bewerbung. Es spricht den Leser direkt und emotional an und hinterlässt einen bleibenden Eindruck – im Positiven wie im Negativen. Häufig entscheiden Foto und die ersten Zeilen des Lebenslaufs darüber, ob das Anschreiben überhaupt gelesen wird. Es ist deshalb ungeheuer wichtig, mit guten Bewerbungsfotos zu arbeiten.

Gut heißt in diesem Zusammenhang, dass der Bewerber möglichst sympathisch rüberkommen muss. Das klingt einfach, ist aber in der Realität gar nicht so leicht zu realisieren. Mit diesen Tipps sollte es aber klappen:

  • Vereinbaren Sie einen Termin in einem professionellen Fotostudio und bringen Sie viel Zeit mit.
  • Gute Fotos brauchen Zeit, und Zeit ist teuer. Gehen Sie davon aus, dass Sie für ihre Bewerbungsfotos 100 Euro oder mehr investieren müssen. Dafür können Sie damit rechnen, dass sich der Fotograf die Zeit nimmt, auf Sie einzugehen.
  • Treffen Sie sich vorher mit jemandem, dem Sie vertrauen, der sie bei der Wahl der Garderobe, Make-Up, Frisur und den möglichen Posen beraten kann.
  • Es kann hilfreich sein, gemeinsam mit einem Freund einige Probe-Fotos zu machen. Bei dieser Gelegenheit können Sie verschiedene Outfits ausprobieren und Sie erhalten ein Gefühl dafür, wie Sie sich vor der Kamera bewegen müssen.
  • Versuchen Sie, möglichst entspannt an die Fotosession heranzugehen. Wenn Sie sich unter Druck setzen, wird man das später auf den Fotos sehen.
  • Vermeiden Sie starkes Make-Up, auffälligen Schmuck und religiöse Symbole (zum Beispiel Halskette mit Kreuz-Anhänger).

Persönliche Daten
Bei den persönlichen Daten können Bewerber neben Name, Geburtsdatum und Geburtsort außerdem den Familienstand und die Staatsangehörigkeit angeben. Angaben zur Religion oder Informationen zu den Eltern werden heutzutage nicht mehr aufgeführt. Es empfiehlt sich, bei Anschreiben und Lebenslauf

Berufserfahrungen und Praktika
An Berufserfahrungen haben Auszubildende oft noch nicht viel vorzuweisen. Deshalb kann es sinnvoll sein, dort auch Neben- oder Ferienjobs zu erwähnen, die man in späteren Lebensläufen sicher nicht mehr nennen wird. Ein Aushilfsjob an der Kasse im Supermarkt sollte zum Beispiel erwähnt werden, auch wenn die Tätigkeit nichts mit der Praktikumsstelle zu tun hat.

Berufs- und/oder Hochschulausbildung
Wer bereits eine Berufsausbildung absolviert hat, sollte dies im Lebenslauf mit Zeitraum, Ausbildungsrichtung und Ausbildungsbetrieb erwähnen. Bei einem Studium sollten Studienzeitraum, -ort, Fachrichtung und eventuell Studienschwerpunkte genannt werden. Auslandssemester sollten einzeln aufgeführt werden, ebenso der Studienabschluss mit Thema der Abschlussarbeit und Abschlussnote.

Dienste, Schulbildung und Qualifikationen
Bei Wehr- oder Freiwilligendienst sollten Zeitraum, Ort und Einrichtung aufgeführt werden. Nur bei der Schulbildung genügen glatte Jahreszahlen als Angabe des Zeitraums. Unter dem Punkt Zusatzqualifikationen können Bewerber auch Angaben machen, die auf den ersten Blick nichts mit der Ausbildungsstelle zu tun haben. Fremdsprachenkenntnisse sind für ein Praktikum in einer Tischlerei sicherlich nicht erforderlich. Dennoch ist es durchaus sinnvoll, solche Kenntnisse im Zeugnis aufzuführen, weil das insgesamt einen positiven Eindruck vom Bewerber vermittelt.

Interessen und Hobbys
Etwas heikel ist der Punkt "Interessen und Hobbys". Dort sollten Bewerber wirklich nur die Punkte anführen, die Ihnen nützlich sein können. Alles, was einen direkten Bezug zu der auszuführenden Tätigkeit hat oder den Bewerber insgesamt in ein gutes Licht stellt, sollte genannt werden – alles andere besser nicht. Wer unsicher ist, was an dieser Stelle erwähnt werden sollte, kann sich an die folgenden Punkte halten:

  • Sportliche Aktivitäten sollten Bewerber erwähnen, wenn sie der Gesundheit dienen. Extremsportarten mit hohem Verletzungsrisiko besser weglassen.
  • Ehrenamtliche Tätigkeiten: Wer bereit ist, sich privat zu engagieren, wird auch im Job nicht so schnell zurückstecken.
  • Soziales Engagement zeugt von Verantwortungsbewusstsein und Tatendrang: unbedingt erwähnen!
  • Musik: Es macht Eindruck, wenn jemand ein Instrument beherrscht. Wer sich für Pop-Musik interessiert, muss das an dieser Stelle nicht erwähnen.
  • Kreative Hobbys wie Zeichnen oder Fotografie sollten Bewerber unbedingt nennen, wenn sie ein Praktikum in einem kreativen Bereich anstreben.